Boho Esszimmer einrichten: Tisch, Stühle, Licht und Wand

22. Sep 2026by Lisa Theobald

Das Esszimmer ist der ehrlichste Raum der Wohnung. Im Wohnzimmer kann man Unordnung hinter einem Sofakissen verstecken, im Esszimmer steht alles auf dem Tisch. Vielleicht ist es deshalb der Raum, in dem der Boho-Stil am besten funktioniert: Er lebt von genau dieser Direktheit – Naturmaterialien, sichtbare Handarbeit, nichts, was so tut, als wäre es etwas anderes.

Was ein Boho-Esszimmer ausmacht, lässt sich auf fünf Entscheidungen herunterbrechen.

1. Der Tisch: Holz, das man anfassen mag

Der Tisch ist das größte Möbel im Raum und legt den Ton fest. Für den Boho-Look funktioniert massives Holz mit sichtbarer Maserung besser als eine perfekt gleichmäßige Oberfläche – Teak, Eiche, Mango, gern mit leichten Unregelmäßigkeiten.

Zur Größe: Rechne 60 cm Tischbreite pro Person und mindestens 80 cm Tischtiefe. Wie viele Plätze dabei herauskommen und wie viel Raum du drumherum brauchst, steht ausführlich in unserem Beitrag dazu, wie viele Stühle an welchen Tisch passen.

Rund oder eckig? Runde Tische sind geselliger und verzeihen einen Gast mehr. Rechteckige nutzen den Raum effizienter und vertragen sich besser mit einer Wand.

2. Die Stühle: Geflecht statt Polster

Hier entscheidet sich, ob der Raum nach Boho aussieht oder nach Esszimmer mit Deko. Geflochtene Sitzflächen bringen genau die Textur, die der Stil braucht – und sie machen die Stühle optisch leichter, was an einem massiven Tisch viel ausmacht.

Unsere beiden Modelle stehen für zwei Richtungen desselben Stils:

  • Der Alara mit dampfgebogener Rückenlehne und handgeknüpfter Naturfaserkordel ist der wärmere, runde Typ – klassisch Boho.
  • Der Vevani mit echtem Wiener Geflecht aus Peddigrohr zitiert das Mid-Century-Design der Fünfziger – klarer, strenger, eleganter.

Beide haben Armlehnen und eine Sitzhöhe von 45 cm. Als Alara-Set und Vevani-Set gibt es sie in Zweier-, Vierer- und Sechserpacks.

💡 Tipp: Wenn Tisch und Stühle aus demselben Holz sind, wirkt der Raum schnell wie ein Möbelprospekt. Ein Unterschied im Ton – heller Tisch, dunklere Stühle oder umgekehrt – bringt Tiefe.

3. Das Licht: eine große Geste über dem Tisch

Ein Boho-Esszimmer braucht keine Lichtplanung mit sechs Spots. Es braucht eine große Leuchte über dem Tisch und warmes Licht.

Geflochtene Schirme sind dafür ideal, weil das Licht durch das Geflecht tritt und ein Muster an Decke und Wände wirft – abends ist das der eigentliche Effekt im Raum. Wichtig sind zwei Werte: 60 bis 70 cm Abstand zwischen Tischplatte und Schirmunterkante, und ein Durchmesser von etwa der Hälfte der Tischbreite. Die vollständige Rechnung inklusive aller Schirmmaße steht im Beitrag zur Lampe über dem Esstisch.

Dazu eine zweite, niedrigere Lichtquelle im Raum – eine Stehlampe in der Ecke, Kerzen auf dem Sideboard. Ein Raum mit nur einer Lichtquelle wirkt abends immer ein bisschen wie ein Verhör.

4. Die Wand: eine Fläche, die etwas kann

Esszimmerwände sind oft leer, weil niemand weiß, was dorthin soll. Drei Ansätze, die funktionieren:

  • Ein runder Spiegel gegenüber oder schräg gegenüber vom Fenster. Er holt Tageslicht in den Raum und verdoppelt abends das Licht der Hängeleuchte. Bei uns sind das etwa der Sennai mit breitem Seegrasrahmen oder der Fumai in Schwarz, wenn es ruhiger sein soll. Zur richtigen Höhe: Spiegel aufhängen.
  • Ein Sideboard mit wenig darauf. Zwei, drei Objekte mit Abstand wirken mehr als zehn.
  • Eine Wand, die Farbe bekommt. Warmes Beige, Terrakotta, Salbei oder ein gebrochenes Weiß mit Wärme drin – Naturmaterialien brauchen einen warmen Untergrund, vor kaltem Grauweiß wirken sie stumpf.

5. Die Materialien: drei reichen

Der häufigste Fehler beim Boho-Stil ist, dass zu viel davon in einen Raum kommt. Makramee, Rattan, Jute, Leinen, Terrakotta, Muscheln, Pampasgras – jedes Element für sich ist schön, alle zusammen ergeben ein Wohnaccessoire-Geschäft.

Die einfachste Regel: drei Materialien führen, alles andere ordnet sich unter. Zum Beispiel Teakholz, Rattan und Leinen. Terrakotta kommt dann als Übertopf dazu, nicht als vierte Hauptrolle.

Dasselbe gilt für Farben: zwei bis drei warme Naturtöne, dazu ein Akzent. Mehr braucht es nicht, und weniger wirkt meistens teurer.

Und die Pflanze?

Ja, aber bitte eine große statt fünf kleiner. Ein Ficus, eine Strelitzie oder ein Olivenbäumchen in einer Ecke macht mehr für den Raum als eine Reihe Sukkulenten auf der Fensterbank. Wenn es auf den Tisch soll: Eukalyptuszweige oder Pampasgras in einer schlichten Vase – etwas, das auch in drei Wochen noch gut aussieht.

Häufige Fragen

Was macht ein Esszimmer zum Boho-Esszimmer?
Naturmaterialien mit sichtbarer Struktur, warme Farbtöne, Handarbeit statt Hochglanz – und eine große, geflochtene Leuchte über dem Tisch als Mittelpunkt.

Welche Wandfarbe passt zu Rattan und Teakholz?
Warme Töne: gebrochenes Weiß mit Gelbanteil, Beige, Sand, Terrakotta oder Salbeigrün. Kaltes Grauweiß lässt Naturmaterialien stumpf wirken.

Passt Boho auch in ein kleines Esszimmer?
Gut sogar. Geflochtene Stühle wirken optisch leichter als gepolsterte, und ein runder Spiegel gegenüber dem Fenster vergrößert den Raum spürbar. Wichtig ist nur, nicht zu viele Deko-Ebenen zu stapeln.

Kann ich Boho und Skandi mischen?
Das ist sogar eine der stimmigsten Kombinationen – beide arbeiten mit hellen Hölzern und Naturmaterialien. Mehr dazu in unseren Skandi Wohnideen.

Wenn du den Look auch in den anderen Räumen willst: Wir haben Beiträge zum Wohnzimmer im Boho Style und zum Boho Schlafzimmer. Welches Material zu dir passt, klärt der Vergleich von Rattan, Teak und Bambus.


Vorgestelltes Produkt