Möbel einwintern: Was Teakholz aushält – und was das Geflecht nicht verzeiht

22. Sep 2026by Lisa Theobald

Die ersten kühlen Nächte sind da, und mit ihnen die Frage, die uns jedes Jahr im Herbst erreicht: Müssen die Möbel jetzt rein? Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an – aber nicht auf das Wetter, sondern auf das Material.

Denn ein Teakholz-Möbel besteht bei uns fast nie nur aus Holz. Es besteht aus Holz und Geflecht. Und die beiden vertragen den Winter sehr unterschiedlich. Genau das übersehen die meisten – und wundern sich im Frühjahr über ein Geflecht, das durchhängt, fleckig ist oder muffig riecht.

Das Holz ist nicht das Problem

Teakholz ist eines der wenigen Hölzer, das draußen bleiben darf, ohne dass man viel tun muss. Es enthält von Natur aus Öle und Silikate, die es wasserabweisend und resistent gegen Pilze und Insekten machen. Kälte und Regen stecken massive Teakteile problemlos weg. Frost allein schadet dem Holz nicht.

Zwei Dinge mag Teak allerdings nicht:

  • Dauerhafte Staunässe. Wasser, das nicht abtrocknen kann – etwa unter einer Plastikplane oder wenn die Möbelfüße wochenlang in einer Pfütze stehen.
  • Ständigen Wechsel zwischen klatschnass und knochentrocken. Das Holz arbeitet dabei stärker, feine Risse an der Oberfläche werden wahrscheinlicher.

Dass Teak draußen silbergrau wird, ist dagegen kein Schaden, sondern ein natürlicher Schutzmechanismus. Wie du den goldbraunen Ton erhältst, falls du ihn lieber magst, steht ausführlich in unserem Leitfaden zur Teakholz-Pflege.

Das Geflecht ist das Problem

Hier wird es wichtig. Die Sitzflächen und Rückenlehnen unserer Sessel und Stühle bestehen aus Naturmaterial, das von Hand geflochten wird – und keines davon ist wetterfest:

  • Papierkordel (zum Beispiel beim Loungesessel Vaela): fest gedrehtes, ungebleichtes Papier. Robust im Alltag, aber Wasser ist sein natürlicher Feind.
  • Naturfaser- und Cord-Geflecht (zum Beispiel beim Loungesessel Dewa): dicht gewebt, textil in der Anmutung – und ebenso empfindlich gegenüber Dauerfeuchte.
  • Rattan und Wiener Geflecht (zum Beispiel bei Alara und Vevani): quillt bei Nässe auf, trocknet ungleichmäßig und verliert dabei seine Spannung.
  • Seegras, wie bei unseren Spiegeln: nimmt Feuchtigkeit auf und neigt dann zu Stockflecken.

Was passiert, wenn Geflecht über Wochen feucht bleibt: Die Fasern saugen sich voll und dehnen sich. Beim Trocknen ziehen sie sich zusammen – aber nicht gleichmäßig. Das Ergebnis ist eine Sitzfläche, die durchhängt, und in feuchten Ecken Stockflecken oder Schimmel. Rückgängig machen lässt sich das nicht.

Die einfache Regel: Das Holz darf draußen bleiben. Das Geflecht nicht.

💡 Tipp: Überdachte Terrasse oder Balkon mit Dach im Sommer – gern. Freistehend im Garten über den Winter – besser nicht. Unsere Loungesessel sind für geschützte Außenbereiche gemacht, nicht für Dauereinsatz bei Wind und Wetter.

Einwintern in fünf Schritten

1. Vorher reinigen, nicht nachher

Staub, Pollen und Blattreste ziehen Feuchtigkeit und setzen sich über den Winter fest. Ein feuchtes Tuch fürs Holz, eine weiche Bürste oder der Staubsauger mit Bürstenaufsatz fürs Geflecht reichen völlig. Bei hartnäckigem Schmutz: mildes Spülmittel in Wasser, sparsam angefeuchtet.

2. Komplett durchtrocknen lassen

Das ist der Schritt, an dem die meisten Möbel kaputtgehen. Gib deinen Stücken nach der Reinigung mindestens 24 bis 48 Stunden an einem luftigen Ort, bevor du sie einpackst oder wegstellst. Geflecht fühlt sich außen schnell trocken an und ist innen noch feucht. Im Zweifel einen Tag länger warten.

3. Den richtigen Platz wählen

Trocken und luftig ist wichtiger als warm. Kälte macht den Möbeln nichts.

  • Gut: Garage, Dachboden, trockener Abstellraum, Gartenhaus mit Belüftung.
  • Geht auch: überdachte Terrasse oder Carport – windgeschützt und mit Abstand zur Außenkante.
  • Schlecht: feuchte Kellerräume und Garagen, in denen es regelmäßig kondensiert.

Stell die Möbel nicht direkt auf kalten Beton. Zwei Holzlatten oder eine Palette darunter reichen, damit Luft zirkuliert und keine Feuchtigkeit von unten hochzieht.

4. Richtig abdecken – oder gar nicht

Wenn ein Stück draußen unter einem Dach überwintert, nimm eine atmungsaktive Schutzhülle. Luftdichte Plastikfolie ist der häufigste Fehler überhaupt: Darunter staut sich Kondenswasser, und was du eigentlich schützen wolltest, steht wochenlang im Feuchtwarmen. Drinnen brauchst du gar keine Hülle – ein altes Bettlaken gegen Staub genügt.

5. Textiles separat lagern

Sitzkissen und Auflagen kommen grundsätzlich ins Haus, auch bei überdachten Plätzen. Trocken, luftig, nicht luftdicht in Plastik gepackt.

Die häufigsten Fehler

  • Feucht einpacken. Der sicherste Weg zu Stockflecken.
  • Plastikplane statt atmungsaktiver Hülle. Hält Regen ab und Feuchtigkeit fest.
  • Direkt auf Beton stellen. Der Boden gibt über Monate Feuchtigkeit ab.
  • Geflecht ölen. Teaköl gehört aufs Holz, nicht auf Papierkordel oder Rattan. Dort hinterlässt es Flecken.
  • Erst im Frühjahr putzen. Schmutz, der den Winter über eingezogen ist, geht deutlich schwerer wieder raus.

Und im Frühjahr?

Erst kontrollieren, dann behandeln: Sitzt das Geflecht noch fest? Gibt es Flecken? Ist das Holz irgendwo aufgeraut? Danach kurz reinigen, komplett trocknen lassen – und wenn du den warmen Goldton zurückhaben möchtest, ölen. Auch hier gilt: nur das Holz, in Maserungsrichtung, Überschuss abwischen.

Mehr zum Umgang mit den einzelnen Materialien findest du in unseren Guides zur Rattan-Pflege und im Vergleich von Rattan, Teak und Bambus.

Häufige Fragen

Können meine EVASI-Möbel den Winter draußen bleiben?
Das massive Teakholz ja, das Geflecht nein. Unsere Sessel und Stühle sind für Innenräume und geschützte, überdachte Außenbereiche gemacht. Für den Winter im Freien sind sie nicht ausgelegt.

Was passiert, wenn das Geflecht doch mal nass geworden ist?
Nicht dramatisch, solange es die Ausnahme bleibt. Das Möbel an einen luftigen Ort stellen, nicht belasten und langsam trocknen lassen – nicht mit Föhn oder Heizlüfter, das lässt die Fasern zu schnell schrumpfen. Erst wieder benutzen, wenn alles vollständig trocken ist.

Muss ich Teakholz vor dem Einlagern ölen?
Nein. Öl schützt nicht vor Feuchtigkeit, es erhält nur die Farbe. Der bessere Zeitpunkt zum Ölen ist das Frühjahr, wenn das Holz trocken und sauber ist.

Reicht eine Abdeckhaube, oder muss alles rein?
Unter einem Dach und mit atmungsaktiver Hülle kann ein Teakgestell draußen überwintern. Alles mit Geflecht, Polster oder Kordel sollte ins Trockene – der Aufwand ist einmal im Jahr überschaubar, der Schaden dagegen bleibend.

Wird mein Sessel im Winter grau?
Nur unter UV-Licht, und im Winter ist das kaum ein Thema. Die silbergraue Patina entsteht im Sommer durch Sonne – nicht durch Kälte.


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